medienhilfe - [de]  [en]
[print]
 

Hintergrund

Europa ist im Umbruch. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Fall der Berliner Mauer machten sich die Staaten des ehemaligen Ostblocks auf den politischen Weg Richtung Westen. Inzwischen sind viele von ihnen Mitglied der Europäischen Union. Aber der politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Umbau verlangt mehr als neue Regierungen. Der tiefgreifende Wandel hat erst begonnen und stellt viele Herausforderungen an die betroffenen Staaten und Gesellschaften. Vor allem Minderheiten und schwache Bevölkerungsgruppen drohen, unter die Räder der Transformation zu kommen. Hohe Arbeitslosigkeit, anhaltende Korruption und politische Manipulation sind ein fruchtbarer Nährboden für Nationalismus.

Während Osteuropa nach Westen aufbrach, zerfiel das ehemalige Jugoslawien ab 1991 in blutigen Nachfolgekriegen. Jahre der Kriegswirren zerstörten nicht nur Wohnhäuser und Industrieanlagen, sondern vor allem auch Menschen und Familien, Werte und Kulturen. Diese Kriege begannen in den Medien. Jahre, bevor der erste Schuss fiel, haben staatliche Fernsehstationen, Radiosender und Zeitungen den Krieg in den Köpfen der Menschen vorbereitet. Mit nationalistischer Berichterstattung haben sie Hass und Krieg gesät. Mutige Journalistinnen und Journalisten leisteten mit professioneller Berichterstattung Widerstand. Sie wurden dafür als Landesverräter gebrandmarkt, bedroht und einige auch ermordet. In dieser Zeit waren sie auf Unterstützung und Solidarität angewiesen, um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Aber auch heute noch sind Meinungs- und Pressefreiheit keine Selbstverständlichkeit in dieser Region. Oft greifen auch die neuen Machthaber zu undemokratischen Mitteln oder gar zu Gewalt, um Medien zu kontrollieren und die eigene Macht abzusichern. Der Krieg in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien wird erst endgültig zu Ende sein, wenn er auch in den Köpfen der Menschen zu Ende ist, wenn die Menschen Frieden gefunden haben. Und dies wird erst dann der Fall sein, wenn die Gesellschaften entwickelt und stark genug sind, ihre gewählten Politiker auch zur Rechenschaft zu ziehen. Professionelle Medien sind dafür eine wesentliche Voraussetzung.

Im Dezember 1992 gründeten Medienschaffende die medienhilfe als Verein 'Medienhilfe Ex-Jugoslawien'. Die medienhilfe engagierte sich in der Unterstützung von unabhängigem und professionellem Medienschaffen und leistete damit einen wichtigen Beitrag, dass die Stimmen der Vernunft nicht mundtot gemacht werden konnten.Das 10-jährige Jubiläum 2002 bot Anlass zu Rück- und Ausblicken. Mehr dazu… Die medienhilfe weitete im Verlauf der Jahre ihren Arbeitsbereich auf ganz Ost- und Mitteleuropa aus und strich deshalb das 'Ex-Jugoslawien' aus ihrem Namen. Von Medienunterstützung während des Krieges ging die medienhilfe über zu einer Unterstützung von Medien im gesellschaftlichen und politischen Wiederaufbau, in der Demokratisierung der politischen Systeme und der Neudefinition von gesellschaftlichen Werten.Heute sind die Kriegswirren und die Kriegspropaganda in Südosteuropa hoffentlich endgültig Teil der Vergangenheit. Der Wiederaufbau ist vorangekommen, aber immer noch sind die Menschen gezeichnet von den Erfahrungen der Kriege. Die neuen politischen Eliten gleichen in vielem den alten Machthabern. Demokratische Strukturen sind immer noch schwach. Die Staaten des ehemaligen Jugoslawien und ganz Osteuropas brauchen die professionelle Zusammenarbeit, um die Bürde der Vergangenheit loswerden und sich den Herausforderungen des neuen Europa stellen zu können. Die medienhilfe unterstützt diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Medien in ganz Ost- und Südosteuropa. Auf der Suche nach gesellschaftlicher Orientierung, nach neuen und demokratischen Werten spielen Medien eine zentrale Rolle. Medien sind die Schulbücher der Demokratie, denn sie sind die Plattform, auf der Meinungen im friedlichen Wettstreit aufeinander prallen und wo damit Bürgerbewusstsein und politisches Verantwortungsgefühl entstehen.Aufbauend auf ihren Erfahrungen aus Südost- und Osteuropa und gestärkt durch die dort erzielten Erfolge weitet die medienhilfe seit 2005 ihre Tätigkeit auf weitere Länder Osteuropas, des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens aus. Programme im Nahen Osten (Libanon, Syrien, Jordanien sowieIsrael/Palästinensische Gebiete) befinden sich derzeit im Aufbau.

   
medienhilfe
Quellenstr. 25
P.O.Box
CH-8005 Zürich
Tel: +41 44 272 46 37
Fax: +41 44 272 46 82
E-Mail: info@medienhilfe.ch
   
created and programmed by veppel.net services, hosted by heuer.org, © 2005 medienhilfe.ch