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2004: BalkanradioBalkanradio made in SwitzerlandIn der ganzen Schweiz produzieren Radioschaffende aus Südosteuropa Beiträge in ihrer Sprache. Oft arbeiten sie gratis und neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit. Auf Einladung der medienhilfe fanden sie am 5. September 2004 erstmals zu einem Austausch zusammen.mh-info 2004-4. Irena Ristic, medienhilfe“Balkan is in the Air” – zumindest in der alternativen Radiolandschaft der Schweiz. In den vergangenen Jahren ist ein buntes Angebot an Radiobeiträgen in den Sprachen Ost- und Südosteuropas entstanden.Insbesondere nichtkommerzielle Lokalradios bieten eine ideale Plattform für multikulturelles Radioschaffen: Die Themenpalette reicht von Musik, Kultur bis hin zu sozialen und politischen Sendungen, die sich mit dem Herkunftsland und der Schweiz auseinandersetzen. Ob Bern, Basel, Aarau, Schaffhausen oder Zürich – es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht mindestens eine Balkan-Sendung über den Äther geht. Umso erstaunlicher ist es, dass die einzelnen Redaktionen untereinander bisher nicht vernetzt waren. Aus diesem Grund hat die medienhilfe am 5. September 2004 ein erstes Treffen der Balkan-Redaktionen organisiert. Preisgekrönte Integrationsleistung
Mit dabei waren zwölf JournalistInnen aus den Redaktionen des Basler Radio X, des Aarauer Lokalradios Kanal K, des Berner Senders RaBe und des Zürcher Alternativradios Lora. Die Teilnehmenden bekamen Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vor eigenem „Fachpublikum“ vorzustellen. So präsentierte Biljana Veròn von RaBe ihr Programm Femigracija. Zweimal im Monat behandelt sie in ihren Sendungen Themen, die vor allem Migrantinnen aus dem ehemaligen Jugoslawien betreffen. Veròn stammt ursprünglich aus Sarajewo und gestaltet ihre Sendung bewusst in serbischer, kroatischer und bosnischer Sprache. Schliesslich sei das Programm für alle gedacht, Männer mit eingeschlossen, erklärt sie mit einem Augenzwinkern.Veròn’s „Arbeitgeber“, Radio RaBe, nimmt in der alternativen Radiolandschaft eine Vorreiterrolle ein. Der Preisträger des von der Stadt Bern vergebenen Integrationspreises hat sich besonders durch sein vielfältiges Angebot an fremdsprachigen Sendungen rund um das Thema Migration und Integration hervorgetan. Trotz Unterstützung durch den Kanton ist jedoch für Jelena Mitrovic, Koordinatorin der Fremdsprachenprogramme, eines klar: “Solch ein Angebot wäre ohne den freiwilligen und kostenlosen Einsatz der Leute gar nicht möglich.” Zeit und Geld sparen durch Zusammenarbeit
Auch beim Aarauer Kanal K sieht die Situation nicht anders aus. Sherif ist Lehrling. Er investiert neben seiner Ausbildung viel Zeit und Energie für das albanisch-sprachige Programm. Doch nicht nur Zeit ist Mangelware: “Bei meinem Lehrlingslohn kann ich keine grossen Sprünge machen. Dies bedeutet unter Umständen, dass ich nicht zu jedem Event fahren kann”, erzählt der junge Mann. Und genau hier möchte die medienhilfe ansetzen. Bessere Berichterstattung mit weniger Aufwand; Zeit und Geld sparen durch Zusammenarbeit heisst das Motto. Neben dem Zeit- und Geldmangel stellt auch die Unsicherheit im Umgang mit KollegInnen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien eine Hemmschwelle dar. Edo Burazovic von Radio X hat genau dieser Umstand davon abgehalten, KollegInnen aus anderen Redaktionen zu kontaktieren. “Wegen der schlimmen Dinge, die während des Krieges passiert sind, wusste ich einfach nicht, wie Kollegen aus Kroatien, Serbien oder Kosov@ reagieren würden”, erklärt der aus Bosnien stammende Radiomacher. Vernetzung in der Schweiz und mit OsteuropaEs ist nicht immer einfach, den richtigen Mix für jeden Geschmack zu finden. Umso mehr sind die RadiomacherInnen auf Inputs und gute Quellen im In- und Ausland angewiesen. So wurde der Wunsch geäussert, Kontakte zu Lokalradios in (Süd-)Osteuropa zu knüpfen oder zu intensivieren. Im Vordergrund stehen dabei der Informationsaustausch, aber auch gemeinsame Projekte. Erste Schritte zur Vernetzung sind bereits getan: Auf der Website der medienhilfe wurde ein Portal eingerichtet, das zu den Schweizer Lokalradios mit Balkansendungen führt. Roland Brunner, Geschäftsführer der medienhilfe, zeigte sich zufrieden mit den positiven Rückmeldungen der Redaktionen. So wird die medienhilfe den Balkanradios auch in Zukunft als Partnerin zur Seite stehen und internationale Kontakte vermitteln. Doch als Organisatorin des entstehenden Austausches sieht sich die medienhilfe nicht: “Wir sind nur die Impulsgeber! Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit muss die Initiative von den RadiomacherInnen ausgehen.” Wie sich diese entwickelt, wird das nächste Treffen im Frühjahr 2005 zeigen.Portal-Seite zu Schweizer Lokalradios mit Sendungen in Sprachen Ost- und Südosteuropas |
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